Sonntag, 9. Juli 2017

Rezension: Das Erbe der Krieger von C. W. Chima (Blanvalet)

Highschool-Krieger und Zaubererkämpfe in einem relativ guten Reihenauftakt: DAS ERBE DER KRIEGER

Mit 16 Jahren scheinen Jack Swifts größte Probleme im Leben bloß alltägliche Dinge wie die Auswahl zur nächsten Fußballmannschaft oder seine Ex-Freundin Leesha zu sein. Außerdem ist er verpflichtet, jeden Tag von einer speziellen Medizin zu nehmen, da Jack mit einem Herzfehler zur Welt kam und er nur dank einer Operation noch am Leben ist. Sonderbarerweise fühlt sich Jack erst, als ihm die Medizin fehlt, plötzlich stärker, schneller und auch aggressiver als zuvor ... beinah als würde etwas in ihm erwachen!
Er ist nämlich ein versteckter Weirlind und zwei verfeindete Zaubererhäuser haben es beide auf ihn abgesehen, nämlich als Krieger für ein Turnier auf Leben und Tod. Gejagt und verfolgt, muss sich Jack für eine Seite entscheiden ...

Cinda Williams Chima gehört zu den Fantasy-Autoren, die es in den USA zu mehr Bekanntheit geschafft haben als im deutschen Sprachraum. Ist sie dort eine New York Times Bestseller-Autorin, sind hier ihre Bücher bei weitem nicht so bekannt - darunter ihre bereits "älteren" Werke wie die The Heir Chronicles. Und von Enttäuschung kann bei meinem ersten Buch von C. W. Chima, ,,Das Erbe der Krieger",  eigentlich nicht die Rede sein ^^

,,Das Erbe der Krieger" ist exakt, wie ich es mir für ein Fantasy-Jugendbuch erwartet habe. Ja, ehrlich gesagt hatte ich nicht sonderlich hohe Ansprüche, sondern wollte einfach mal ein eher unkomplexes Buch für zwischendurch. Das erkennt man sofort am Setting und der Handlung : der eher eindimensionale Protagonist Jack entdeckt seine besonderen Kräfte (die er innerhalb weniger Wochen völlig beherrscht, wie denn auch sonst!), die Leute an seiner Schule wirken wie Copy-and-Paste-Charaktere aus jedem x-beliegen Teenfilm, seine besten Freunde Will und Fitch stehen ihm immer zur Seite und natürlich gibt es an seiner Schule eine total faszinierende neue Schülerin. Die Welt der Weirlinde ist eine weitere Schwarz-Weiß-Malerei wie schon so oft zuvor in Büchern dieser Art, denn wenn eine Figur einmal den Stempel "Bösewicht" auf die Stirn geklatscht bekommt, gibt es kein Entrinnen und jegliche Charakterentwicklung wird von ihrer eigenen Story an der Gurgel gepackt und erwürgt ...!

Dafür hat mir das Prinzip, wie die Weirlinde ihre Kräfte erhalten, genau so gut gefallen wie die ständig actiongeladene Story selbst! Zauberer, Krieger, Betörer etc. haben mächtige Kristalle in ihrer Brust und leben in einer Fehde, die noch aus der Zeit der englischen Rosenkriege entstammt. Hintergrundgeschichte und Ursprünge stellt die Autorin ausführlich dar, was immer wichtig ist, sobald fantastische Elemente im Spiel sind - dafür ist der Rest des Buches vielleicht nicht gerade etwas, das mir lange im Kopf bleiben wird.  Es ist, wie soll ich das nur sagen, auf eine Weise unterhaltsam und ich habe kaum aufhören können zu lesen, weil ich wissen wollte, wie Jack überleben wird ... und trotzdem ist nach der letzten Seite ein gewisses unzufriedenes Gefühl geblieben. Als wenn man nicht richtig satt geworden ist, sozusagen.

Für mich persönlich als Fan epischer High Fantasy ist ,,Das Erbe der Krieger", das ja eher zu Young Adult-Fantasy zählt, inzwischen nicht mehr das richtige Genre -  es hat seine grundlegende Funktion spannender Lesestunden erfüllt und ich bin mir sicher, dass ich die The Heir-Reihe auf jeden Fall weiterlesen und in anderen Reihen von Cinda W. Chima schmöckern werde 😊

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen